Egoisten sind keine Gewinner. Geben führt zum Erfolg, sagen jetzt auch Wirtschaftsexperten.

Jaja, das wir wissen längst alle, dass auf dem Geben mehr Segen liegt als auf dem Nehmen. Theoretisch zumindest. Als gelernte Kapitalisten glauben wir im Innersten schließlich doch eher an den geilen Geiz. Diesem Spannungsfeld kann ich mich nicht entziehen, selbst wenn mir dank meines katholischen Hintergrundes die biblische Verheißung von der Seligkeit durch das Geben doch viel sympathischer erscheint.

Heute im Englischunterricht an der Hochschule kam endlich auch der wirtschaftswissenschaftliche Beweis für diese Verheißung: John Stepper erklärt in seinem Ratgeber für zukünftige WissensmanagerInnen „Working Out Loud“, warum wir mit einer gewissen selbstlosen Haltung im Berufsleben letztlich besser vorankommen. Endlich bestätigt mir jemand, dass mein Gutmenschsein gar nicht so naiv ist, wie manchmal behauptet – und mich am Ende nicht nur zu mehr persönlicher Zufriedenheit, sondern auch zu mehr beruflichem Erfolg führt. Danke, John Stepper!

Der führende amerikanische Organisationspsychologe Adam Grant Anhand liefert gleich ein ganzes Buch zu dieser Theorie und beweist sie anhand schlagender Beispiele aus der Wirtschaftswelt. Hallo Gemeinwohlökonomie!

Der Deutsche Psychiater Volker Faust glaubt sogar, dass Gebende länger leben und hat eine ganze Zitatesammlung zum Thema aus den unterschiedlichsten Philosophien zusammengestellt.

Irgendwas muss da dran sein.