Ein bisschen ist es mit Moodle wie mit der Demokratie. Sie ist ja bekanntlich „die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“ Meinte einst Winston Churchill. Und abgesehen von allen anderen Lernmanagementsystemen, die ich von Zeit zu Zeit ausprobiert habe, ist Moodle wohl auch das Schlechteste.

Zusammen mit Kollegen habe ich in den vergangenen Wochen an einem Moodlekurs gearbeitet, mit dem wir Lehrer/innen fünf Online-Quizze vorstellen möchten: Quizlet, Kahoot!, Socrative, Testmoz und Hot Potatoes. Aufgabenstellung: so viele verschiedene Aspekte der Plattform verwenden wie möglich – alles mit den Grundsätzen eines kooperativen Onlineseminars. Schnell wird uns klar, dass viele der Funktionen für unsere Anforderungen zu komplex sind. Um fünf Quizze kennen zu lernen bedarf es keiner kollaborativ erstellten Datenbank, keiner Testfunktion und keines komplexen Lernpakets. Letztlich entscheiden wir uns dafür, Material in Form von Videos und schriftlichen Unterlagen für das Selbststudium zur Verfügung zu stellen. Nach dem selbständigen Erarbeiten der Theorie planen wir Informationsaustausch unter den Teilnehmer/innen – über Foren bzw. einen Livechat. Schließlich sollen die Lernenden selbst Quizze erstellen – und von den Kurskolleg/innen ausprobieren lassen.

Die Sinnfrage

Die Anzahl der verwendeten Features von Moodle bleibt in unserem Kurs also ziemlich überschaubar. Und trotzdem habe ich das Gefühl: Es ist viel Aufwand, den wir unseren Telnehmer/innen abverlangen, „bloß“ um ein paar selbsterklärende Online-Tools kennen zu lernen.

Moodle’s Mehrwert

Zweifelsohne bietet unser Kurs auf Moodle dennoch viele Vorteile für den/die Lernende/n:

  • Die Lerninhalte sind übersichtlich und kompakt angeordnet.
  • Die Inhalte bleiben auch nach Ablauf des Kurses für den/die Teilnehmer/in verfügbar.
  • Die Kommunikation mit den Kurskolleg/innen ist einfach.
  • Durch gruppenbildende Elemente entsteht eine „Community“ der Lernenden.
  • Die Teilnehmer/innen teilen ihre Ideen und nehmen an den Lernerfolgen ihrer Kolleg/innen teil.
  • Die Teilnehmer/innen erhalten (hoffentlich wertvolles) Feedback auf Ihre selbst erstellten Quizze.
  • Die Bewertung der Aufgaben ist transparent und klar nachvollziehbar.
Das Fazit

Im Vergleich mit anderen Lernmanagementsystemen fällt meine Bilanz für Moodle klar positiv aus. Es gibt zweifelsohne bedienerfreundlichere Plattformen, aber eben keine Lernmanagementsysteme. Es gibt zweifelsohne optisch ansprechendere Seiten im Internet, aber keine, die all das können, was Moodle kann.