Methoden sind dann gut, wenn Sie entweder eine Sache vereinfachen oder den Blick erweitern. Methoden um ihrer selbst Willen eingesetzt, verhindern Kreativität und Freiheit im Denken.

„Im Wahn dreht sich das Methodenrad, und keiner bemerkt, dass nichts gelernt wird – außer den Methoden selbst.“ – Erziehungswissenschaftler Andreas Gruschka von der Göthe Universität Frankfurt warnt in seinem Artikel „Strategien zur Vermeidung des Lehrens und Lernens: der neue Methodenwahn“ davor, den Fokus zu sehr auf die Methode zu richten und damit den Inhalt aus den Augen zu verlieren. Freilich spricht Gruschka dabei vom schulischen/universitären Unterricht und nicht von Methoden des Wissensmanagements im professionellen beruflichen Einsatz. Dennoch entstand für mich im Laufe der Auseinandersetzung mit der riesigen Fülle an Wissensmanagement-Methoden manchmal der Eindruck, die Methode stehe über dem Inhalt.

Methoden, die mir Stress bereiten

Unzählige Arten von Canvas-Methoden meinen es zwar gut dabei, Inhalte optisch übersichtlich zu strukturieren. Wenn ihre Anwendung jedoch damit endet, dem Anwender inhaltliche Füller abzunötigen, um alle Teile des Canvas zu befüllen, dann ist das Ende des eigentlichen Zwecks dieser Methode erreicht: die Arbeit zu vereinfachen. Kurz gesagt denke ich mir manchmal: Was kann so manches Canvas, das eine einfache Checkliste nicht auch kann?

Methoden, die meinen Blick weiten

Positiv in Erinnerung sind mir hingegen jene Methoden, die auf den ersten Blick gar nicht nach Methode aussehen. Der „Anecdote Circle“ etwa, quasi freies Erzählen in der Runde. Und doch sind es meiner Meinung nach genau jene Methoden, die zur Ideenfindung, aber auch zur Reflexion, zum Analysieren und Weiterdenken besonders geeignet sind. Methoden, die wesentliche Kernkompetenzen für das Arbeiten im 21. Jahrhundert fördern: Kreativität, Zusammenarbeit, kritisches Denken, und Problemlösung.

Fazit

Es ist gut, verschiedenste Methoden des Wissensmanagements kennengelernt zu haben. Je mehr Methoden mir bekannt sind, umso souveräner kann ich in der Auswahl einer passenden Methode für meine jeweils konkrete Problemstellung sein.