Alle Kinder lieben Sie: Beebots. Ihre Handhabung ist kinderleicht – und macht Spaß. Ob und wie kleine Roboter auch die Einstellung von LehrerInnen zu Coding & Robotik beeinflussen, will ich in meiner Masterarbeit untersuchen.

„Jetzt wird’s digital“, meinte Sonja Hammerschmidt im Frühling vergangenen Jahres bei der Vorstellung ihrer Strategie zur Digitalisierung der österreichischen Schulen. Das „Schule 4.0“ genannte Konzept der damaligen Bildungsministerin: Alle Schülerinnen und Schüler in Österreich sollen Medienkompetenz ewerben, sich Gedanken über den kritischen Umgang mit Informationen und Daten machen, sich sicher im Internet zurechtfinden und mehr über Wissen über Technik, Coding und Problemlösung aneignen. In der Volksschule steht nach dem Konzept die Medienbildung sowie der spielerische Umgang mit Technik und Problemlösung im Vordergrund. Alle Schülerinnen und Schüler sollen nach Abschluss der Volksschule über erste digitale Grundkompetenzen verfügen und diese anwenden können.

Denken lernen – Probleme lösen

Das Projekt „Denken lernen – Probleme lösen (DLPL)“, in dem ich als Teil des Projektleitungsteams von Beginn an mitwirken durfte, ist Teil der Strategie. Die SchülerInnen sollen durch den Umgang mit Beebots, Lego und der kindgerechten Programmiersoftware Scratch problemlösungsorientiert denken lernen. Und nebenbei auch eine erste Ahnung davon bekommen, wie Computerprogramme funktionieren. In Österreich nehmen 100, in den Bundesländern Wien, NÖ und Burgenland 40 Volksschulen (in 8 Clustern zu je 5 Schulen) teil. Jede der Schulen erhält – für ca. 7 Wochen – eine Ausstattung an Beebots, Lego WeDo-Baukästen und iPads zur Arbeit mit der Codingsoftware Scratch.

Viele LehrerInnen sind noch skeptisch

Damit das aber alles gut funktioniert, braucht es natürlich auch ausreichend LehrerInnen, die nicht nur digital kompetent, sondern auch gleichzeitig von der Sache überzeugt sind. Und da gibt es durchaus noch – sagen wir es mal vorsichtig – viel Platz nach oben. Aus meiner Erfahrung in der Aus- und Fortbildung von LehrerInnen weiß ich, dass gerade die LehrerInnen der Primarstufe mitunter gar nicht so begeistert vom Einsatz digitaler Unterrichtsmittel sind. Viele Lehrkräfte der Primarstufe glauben noch nicht an die positiven Auswirkungen des Einsatzes von digitalen Medien im Unterricht, wie unter anderem eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IFD) zeigt.


Einstellung der Lehrer zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht.
Screenshot aus: Medienbildung an deutschen Schulen, S. 24

Hilft der spielerische Einsatz von Robotern?

Spannend ist für mich also, ob und wie sich denn das Projekt „Denken Lernen – Probleme lösen“ auf die Einstellung von Primarstufenlehrer/innen zum Thema Coding und Robotik auswirkt. Wie wirkt sich die Arbeit im Projekt auf das Selbstkonzept der Lehrer/innen bezüglich informatischer Kompetenzen aus? Und welche Auswirkungen zeigen sich in Bezug auf die Bereitschaft der Lehrer/innen, informatische Inhalte wie Coding und Robotik im weiteren Unterricht zu verankern? Als Forschungsmethode habe ich mir dafür Qualitative Interviews ausgewählt. Ich werde 10-12 LehrerInnen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland befragen.

Interessiert?

Hier kannst du den Fortschritt meiner Arbeit quasi live mitverfolgen. Die Ergebnisse meiner Arbeit sollen schließlich in die Planung von Folgeprojekten des Bundesministerums im Bereich Coding & Robotik einfließen.